Donnerstag, 29.01.2026

Modellrechnung: Bildungsoffensive könnte Deutschlands Wirtschaft langfristig um Billionen wachsen lassen

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Eine Modellrechnung des ifo Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass konkrete Verbesserungen im Bildungswesen Deutschland langfristig wirtschaftliche Gewinne in zweistelliger Billionenhöhe bringen könnten. Demnach erfordert der Effekt zunächst Investitionen, entfaltet aber über Jahrzehnte eine zunehmend starke Wirkung: Nach rund 50 Jahren läge der kumulierte Zugewinn bei etwa 6,7 Billionen Euro, nach 80 Jahren bei rund 20,9 Billionen Euro.

Ergebnisse der Studie und zeitlicher Verlauf

Die Berechnung zeigt demnach keine lineare Entwicklung. Kurzfristig seien Ausgaben notwendig, langfristig entstünden jedoch erhebliche Erträge für Staat und Gesellschaft. Der Leiter des ifo Zentrums fuer Bildoeksnomik, Ludger Woeßmann, fasst das Ergebnis so zusammen: Bessere Bildung erzeugt innerhalb weniger Jahrzehnte messbare ökonomische Erträge, die Staat und Gesellschaft spürbar staerken.

Welche Ziele zugrunde gelegt wurden

Als Grundlage der Rechnung dienten drei Bildungsziele, die Anfang des Jahres von drei Bildungsministerinnen aus unterschiedlichen Parteien vorgeschlagen worden waren. Erstens soll die Zahl der Schu lerinnen und Schuler halbiert werden, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen, um das Bildungsminimum abzusichern. Zweitens ist geplant, das Bildungsniveau so zu heben, dass 20 Prozent mehr Schu lerinnen und Schuler die Regelstandards erreichen oder uebertreffen. Drittens zielt die Strategie darauf ab, die Leistungsspitze zu foerdern, sodass 30 Prozent mehr Schu lerinnen und Schuler die Optimalstandards erreichen.

Regionale Effekte und volkswirtschaftliche Bedeutung

Die Studie nennt auch regionale Beispiele: Fuer Nordrhein Westfalen ergebe sich ein kumulierter Zuwachs von rund 4,9 Billionen Euro, fuer Baden Wurttemberg etwa 3,0 Billionen Euro und fuer Bayern rund 2,8 Billionen Euro. Diese Werte liegen deutlich ueber dem heutigen jaehrlichen Bruttoinlandsprodukt und unterstreichen nach Auffassung der Auftraggeber die wirtschaftliche Relevanz von Bildungspolitik.

Dirk Zorn, Director Bildung bei der Bertelsmann Stiftung, betont, dass das Land jaehrlich Milliarden an potenziellem Zusatzwohlstand generieren koennte, wenn mehr junge Menschen besser lesen, schreiben und rechnen koennten. Die Autorinnen der Modellrechnung weisen zugleich darauf hin, dass die errechneten Effekte von den zugrundeliegenden Annahmen und der Umsetzung der Ziele abhaengen.

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